Verhaltensbiologie : Der Affe in uns: Warum wir sind, wie wir sind

Der Affe in uns: Warum wir sind, wie wir sind

EUR 18,50


Frans de Waal, einer der weltweit führenden Primatenforscher, zieht in Der Affe in uns die Summe des gegenwärtigen Kenntnisstandes über die verblüffenden Ähnlichkeiten menschlicher Verhaltensweisen mit unseren engsten Verwandten im Tierreich, den Schimpansen und Bonobos. Während die Schimpansen alles andere als die intelligenten, friedlichen Schmuseäffchen sind, als die sie uns so gerne vorgeführt werden, sondern im Hinblick auf die menschliche Natur vor allem deren machtfixierte Seite repräsentieren, stehen die Bonobos für eine ausgeprägte und freizügige Sexualität. „Vergleicht man in Gefangenschaft lebende Schimpansen und Bonobos, die gleich viel Platz haben, dieselbe Nahrung bekommen und dieselbe Anzahl von Partnern haben, dann geben sich Bonobos im Durchschnitt alle anderthalb Stunden und mit einer viel größeren Zahl von Partnern dem Sex hin als Schimpansen, die nur alle sieben Stunden Sex haben.“ Letzteres auch deshalb, weil Schimpansen wegen ihrer Macht- und Hierarchiekonflikte nicht so viel Aufmerksamkeit auf die schönen Seiten des Lebens legen können. Während Bonobos selbst Konflikte wegen des Fressens schon mal mit Sex lösen, kommt es bei Schimpansen nicht selten auch ohne einen erkennbar besonderen Anlass zu ausgesprochen handfesten Auseinandersetzungen und sogar regelrechten Gewaltexzessen. „Wenn Schimpansen Schusswaffen und Messer hätten und wüssten, wie man damit umgeht“, zitiert de Waal die weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall, „würden sie ohne jeden Zweifel ebenso davon Gebrauch machen wie wir Menschen“. Den Unterschied zwischen den beiden Menschenaffenarten vergleicht de Waal mit der humanpsychologischen Unterscheidung zwischen HE- (das heißt Hierarchien erzwingenden) und HA- (Hierarchien abschwächenden) Persönlichkeiten. Der Mensch habe das Glück, „zwei innere Affen zu haben“. So sei der Mensch nicht nur in erstaunlichem Maß zur Vernichtung seiner Umwelt und auch seinesgleichen fähig, sondern verfüge zugleich über Quellen der Empathie und der Liebe, die tiefer reichten als alles zuvor gekannte. Da das menschliche Tier „die Herrschaft über alle anderen erlangt hat“, schließt der Autor seine ausgesprochen lesenswerte und erhellende Bestandsaufnahme, „ist es um so wichtiger, dass es ehrlich in den Spiegel blickt, damit es sowohl den Erzfeind entdeckt, der ihn da anblickt, als auch den Alliierten, der bereit ist, ihm beim Bau einer besseren Welt zu helfen“. -- Alexander Dohnberg

Understand what makes you tick! - one can take the ape out of the jungle, but not the jungle out of the ape.everything else follows.and you should follow his journey through all those astonishing similarities between the different primate family members by yourself - to understand who you are and what makes you tick. to become a better person, manager, leader, politician, member of society, human, primate.(one striking link between this book and the findings of the rise of the creative class by richard florida i must add, because it is not mentioned in the inner ape : our societies probably work best if they mimic as closely as possible the small-scale communities of our ancestors. (frans de waal) ... the modern trend to physically separate places where human needs are satisfied disrupts this tradition, making us live at one place, shop at another, and work at yet another. it s a disaster for community building, not to mention the time, stress, and fuel it takes to move all those people around. (frans de waal)- sentences which immediately brought florida s community of ideas (and his ten principles to build it) to my mind again.)

Von Bonobos und Bonbons - Frans de Waal, Affenforscher aus den Niederlanden, ist dank seinen populärwissenschaftlichen Büchern zum inoffiziellen Sprecher der Primaten geworden. Er ist zwar beileibe nicht einzige ist, der was zu sagen hätte, aber bestimmt der einzige, der Neuigkeiten unserer animalischen Verwandten in so verständlicher Form übermittelt. Seine Lust am Fabulieren ist manchmal so gross, dass er seine Rolle als Wissenschaftler zu vergessen scheint. Das ärgert seine Berufskollegen und freut die Leser. Kreativität gehört nicht nur zu den Voraussetzungen für das Verfassen von Bestsellern, sondern auch für das Setting von wissenschaftlichen Experimenten in der Verhaltensforschung. Einfach farbige Bonbons und krumme Bananen durch die Gitterstäbe zu reichen, ist längst nicht mehr genug. Zu den zahlreichen Mythen, die der Autor in seinem neusten Buch zerstört, gehört auch der Daktari-Mythos. Es braucht verdammt viel Geduld und Durchhaltevermögen, wenn man zu wissenschaftlichen Aussagen kommen will, die über Familienberichte lustiger Zoobesuche hinausgehen. Und weil Tiere eine ideale Projektionsfläche sind, braucht es auch viel Distanz zu sich und zur eigenen Gattung, um Übertragungen im Rahmen des Vertretbaren zu halten. Je nach ethischem Mainstream sind Affen böse, gut, dumm, klug, eigenbrötlerisch oder teamversessen. Weil auch Frans de Waal nicht vor den Verzerrungen persönlicher Weltbilder gefeit ist, hätte ich mir gewünscht, dass er seine Leser stärker auf diesen Aspekt aufmerksam macht - auch wenn er beim Übervater Konrad Lorenz auf die wissenschaftlichen Rationalisierungen der Nazigräuel zu sprechen kommt. Menschliches Verhalten mit Bezügen zu Primaten anschaulicher zu erklären, scheint mir sehr viel sinnvoller als mit spekulativen Geschichten über Steinzeitmenschen aufzuwarten. Ein Irrweg, auf dem sich Seminarleiter gerne bewegen, ist die genetische Nähe zwischen mir und den Bonobos. Selbst wenn der niedliche Affe 98% seiner Gene mit mir teilt, erklärt das wenig, sondern zementiert ein falsches Bild der Genetik. Ein Gen ist schliesslich nur die Bühne für unzählige Aufführungen. Was in Echtzeit gespielt wird, wissen wir erst, wenn auch die Namen der Proteine, Aminosäuren und anderer Nebenrollen im Programm aufgeführt sind. Aber weil es dem Autor um Grundsätzliches geht, nimmt er populäre Missverständnisse offenbar in Kauf.Schade finde ich, dass die spannenden Botschaften nicht sinnlicher eingebettet werden. Ausser einem Stammbaum mit wenigen Strichen finden wir weder Illustrationen noch Bilder. Für ein so populär verfasstes Buch ist dies mehr als nur eine kleine Unterlassungssünde. Wettgemacht wird dieser Makel einigermassen durch die bildhafte Sprache des Autors und die vielen Geschichten aus dem Alltag eines Affenforschers. Und schliesslich gelingt es Frans de Waal auch mit träfen Worten, seine Kernbotschaft zu vermitteln. Ein Zoobesuch sagt mehr über menschliches Verhalten aus als die Lektüre ideologisch verbrämter Werke über das menschliche Wesen. Bereitet man sich auf den Gang zum Affengehege zudem mit dem neusten Buch von Frans de Waal vor, ist der Erkenntnisgewinn noch grösser.Mein Fazit: Leicht verständliches, unterhaltsames Buch über Leben und Verhalten unserer nächsten Verwandten. Frans de Waal zieht anschauliche Parallelen zwischen Affen und Menschen, die wir ungern hören, Aha-Effekte auslösen und lieb gewonnene Rechtfertigungen für aggressives Verhalten in Frage stellen.

Lesen, unbedingt lesen! - Es ist die Suche nach dem heiligen Gral - wie war der Mensch, bevor die Kultur uns knebelte? - eine Frage, die genauso existenziell wie unlösbar ist und wohl leider auch bleiben wird. Wer sich irgendwie für das Thema interessiert, dem sei dieses tolle Buch empfohlen! Mit original (und speziell für Deutsche wohl unnachahmlichem) niederländischen Understatemanet bringt de Waal es fertig, Schimpansen, Bonobos und Menschen so unaffektiert und frei von Vorurteilen und vermenschlichten oder veräfften Standpunkten einfach nebeneinander zu stellen und zu vergleichen, dass es eine Wonne ist, diesen Krimi zu lesen!

unser vorbild: die bonobos - die us-ausgabe vom affen in uns ist 2005 erschienen, deshalb kann ich das deutsche buch schon monate vor seinem erscheinen anpreisen: es ist sensationell gut, wie immer bei affenforscher frans de waal spannend geschrieben, sehr gut zu lesen und - das ist das allerwichtigste - voller neuer, sehr verblüffender und total überzeugender erkenntnisse über unser tierisch-evolutionäres erbe:an hand von beispielen aus dem leben der aggressiv-mörderisch-machtgierigen (von männern regierten) schimpanzen und der sexsüchtig-friedlich-freundlichen (von frauen beherrschten) bonobo-horden in Zoos und in Freiheit beschreibt frans de waal, dass der mensch nicht nur des menschen wolf ist, nicht nur krieg, folter und unterdrückung kennt, nicht nur nach macht giert. schon unsere tierischen ahnen haben mitgefühl entwickelt, einen sinn für gerechtigkeit, dankbarkeit und die regeln für ein friedliches zusammenleben. auch die kriegerischen schimpanzen, aber noch mehr die friedlichen bonobos.sie sind unsere nächsten verwandten im tierreich. über 98 % unserer gene haben wir mit beiden menschenaffenarten gemeinsam, aber während andere affenforscher nach den ursprüngen unserer schlechten eigenschaften suchten, ließ such frans de waal immer von den guten beeindrucken und stellt jetzt als summe seines forscherlebens fest: der mensch hat von den affen nicht nur deren aggressivität geerbt, sondern auch ihre fähigkeit zum ungestörten zusammenleben, denn ohne die eigenschaften, die das ermöglichen, hätten wir gar nicht bis heute überlebt. wir wären auch nicht zum - evolutionär gesehen - erfolgreichsten tier der erde aufgestiegen.The Inner Ape oder Der Affe in uns sollte zur pflichtlektüre für alle psychologen, lehrer, manager, politiker erklärt werden. dann begreifen sie vielleicht endlich, dass es keineswegs ums überleben des stärkeren geht, wie immer behauptet wird. auch affen kümmern sich um Kranke, pflegen freundschaftliche netzwerke, tauschen friedlich nahrung und sex. sie kooperieren viel häufiger als sich zu streiten. und wir menschen haben es von ihnen gelernt.




Der Affe in uns: Warum wir sind, wie wir sind